Türkisblauer Weißensee in Kärnten, Blick durch Kiefern und Holzzaun auf See und Berge, Urlaub am Weißensee

Urlaub am Weißensee in Kärnten – Ehrliche Tipps für den Familienurlaub mit Teens und Hund

Meinen ersten Urlaub am Weißensee in Kärnten habe ich schon als Kind verbracht – jetzt haben wir uns das Ganze noch mal als Erwachsene mit Teenager und Hund angeschaut. Der See ist immer noch wunderschön, aber die Sommerferien bringen einige Tücken mit sich, die einem erst als Erwachsene auffallen und die man vor der Buchung kennen sollte. Hier erfährst du ungefiltert unsere Learnings, damit dein Urlaub wirklich Erholung pur wird.

Unsere Unterkunft im Oberdorf: Ferienhaus Seetraum und Seeliebe

Wir haben unseren Urlaub im Ortsteil Oberdorf verbracht, direkt am Ortseingang. Unsere Unterkünfte hießen Ferienhaus Seetraum und Ferienhaus Seeliebe. Das Geniale an den Häusern: Wir hatten einen eigenen, privaten Steg direkt am Wasser.

Die meiste Zeit haben wir genau dort verbracht. Die Tage bestanden aus Sonne, Wasser und absoluter Ruhe. Da am Steg ein kleines Ruderboot vorhanden war und wir ein SUP mitgebracht hatten, haben die Kinder den Tag auf dem See voll genutzt. Irgendeiner war immer auf dem Board, im Bötchen oder beim Schnorcheln. Wir haben sogar kleine Wettkämpfe veranstaltet und versucht, die 200 bis 250 Meter von einer Seeseite zur anderen zu überschwimmen. Übrigens Motorboote oder ähnliches fahren auf dem Weißensee nicht. Sie sind streng verboten. Auch ist der See auf einer sehr großen Fäche immer noch unverbaut und das ist wirklich herrlich.

Der Optik-Check: Warum wir nächstes Mal nach Neusach gehen

Ein wichtiges Learning betrifft die Lage am See. Wer die typische, himmelblau Postkarten-Optik sucht, sollte genau hinschauen, wo er bucht.

  • Oberdorf: Hier war unser Ferienhaus. Der See geht gefühlt direkt tief rein und ist aufgrund der Tiefe optisch eher dunkel.
  • Neusach: Dieser Ortsteil liegt hinter dem Zentrum und hinter der Brücke. Hier ist es extrem ruhig und der Einstieg ist flach. Das Wasser leuchtet himmelblau – eben wie in der Karibik. Wenn ich noch mal an den Weißensee fahre, suche ich mir definitiv dort eine Ferienwohnung oder ein Hotel.

Bergwandern zur Weißen Wand mit Teenager-Zwang

Direkt hinter unserem Haus konnten wir in den Berg und den Wald starten. Unser Ziel war die Weiße Wand. Diese Wanderung haben wir natürlich durchgezogen – allerdings nicht ohne Diskussionen.

Bei meinem sechsjährigen Neffen war das kein Problem, der läuft gerne und ist super mitgelaufen. Die Jugendliche mussten wir dagegen mit sanftem, fast schon stärkerem Zwang in den Hintern treten, damit sie sich bewegt und auch dann hat sie natürlich nur gemeckert. Das kennt wahrscheinlich jeder, der Teenies im Haus hat. Das Ganze funktioniert nur mit einem Kompromiss: Wir versprechen vorab, dass wir nur eine einzige Wanderung machen und danach wieder Freizeitbeschäftigungen nach ihrem Geschmack finden. Kennt auch jeder.

Das Teenie-Highlight am Weißensee: Pferdehof Rupitsch

Als Ausgleich für die Wanderung haben wir im Dorf einen echten Glücksgriff gelandet. Unsere Jugendliche ist begeisterte Reiterin und wir haben den passenden Hof vor Ort gefunden.

Die Organisation lief perfekt ab:

  • Kontakt: Völlig unkompliziert per E-Mail angefragt, ob Plätze frei sind.
  • Reaktion: Wir haben umgehend eine Zusage erhalten, wann noch etwas frei ist.
  • Ablauf: Hinfahren, bezahlen und direkt vier Stunden ausreiten.

Sie ist drei- oder viermal in den zwei Wochen mit den Pferden um den See und in die Berge gegangen. Der Empfang auf dem Hof war herzlich, man kann sich überall umgucken und sie schwärmt heute noch davon.

Action mit den Mountaincarts an der Weißensee Bergbahn

Ein weiteres Highlight für Kinder und Teenager war die Weißensee Bergbahn. Wir sind einmal mit der Bahn hochgefahren und mit den Mountaincarts wieder runtergesaust. Das lohnt sich absolut. Die Carts werden völlig unproblematisch mit der Bergbahn nach oben transportiert.

Die Bergbahn ist grundsätzlich sehr hundefreundlich. Wenn wenig Betrieb ist, wird die Bahn extra angehalten oder langsamer gefahren, damit man in Ruhe mit dem Hund einsteigen kann. Hunde kosten auf der Bahn allerdings extra. Ich habe es mit meinem eigenen Hund nicht ausprobiert, da er aus dem Tierschutz kommt und etwas schwierig ist. Ich habe unten gewartet, während die anderen gefahren sind.

Kuh-Panik auf der Naggler Alm

Unseren zweiten Ausflug mit der Bergbahn nutzten wir für eine Wanderung über die Naggler Alm. Von oben ging es auf der anderen Seite bei der Pension Mittlerer und dem Hotel Restaurant Naglerhof wieder runter. Von dort aus sind wir bequem mit dem Bus zurück nach Oberdorf gefahren.

Mit der Weißensee Premium Card waren die Fahrten mit der Bergbahn für uns übrigens kostenlos, nur für den Hund hätten wir extra zahlen müssen.

Wer allerdings Angst vor Kühen hat, sollte diese Wanderung lieber lassen. Wie in Österreich üblich, stehen die Herden auf den Almen frei und bitte wie groß ist eine Kuh? Ich hatte echt Schiss. Wenn man dann noch einen schwierigen Hund an der Leine hat, der meint, die ganze Herde lautstark anzubellen und aufzuscheuchen, hört der Spaß auf. Ich hatte echte Panik, habe nur noch den Hund geschnappt und bin gerannt.

Wichtig für Hundehalter in Österreich: Der Maulkorb-Tipp

Ein absolutes Must-know vor dem Urlaub: Gewöhnt euren Hund unbedingt rechtzeitig vor der Reise an einen gut sitzenden Maulkorb. Das gilt eigentlich generell für Österreich, da er in allen öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bussen strikt gefordert wird.

Auch auf der Weißenseeschifffahrt ist der Maulkorb Pflicht. Für die Bergbahn kann ich es nicht hundertprozentig sagen, da wir sie mit dem Hund nicht genutzt haben, aber es ist sehr wahrscheinlich. Sogar in den Restaurants wird er teilweise verlangt. Oft haben die Wirte zwar abgewunken und gesagt: „Ach, nehmen Sie den ruhig ab, kein Problem.“ Auch in den Bussen und auf dem Schiffchen hätten wir ihn teilweise abnehmen dürfen. Weil mein Tierschutzhund aber eben etwas speziell und komisch ist, habe ich ihn trotzdem drangelassen. Ich habe mich damit einfach wohler gefühlt. Bereitet euren Hund also unbedingt darauf vor.

Schifffahrt auf dem See: Timing im August ist alles

Ebenfalls in der Premium Card enthalten ist die Schifffahrt, die ich als Ausflug sehr empfehlen kann. Wir sind an der Brücke in Techendorf eingestiegen und bis ganz nach hinten zur Anlegestelle Stockenboi / Dolomitenblick gefahren.

Von dort sah unsere Route so aus:

  • Wanderung über den Campingplatz vorbei an ein paar Sehenswürdigkeiten.
  • Weiter bis zum Ronacherfels.
  • Wiedereinstieg ins Boot und zurück zur Brücke.

Die Wege dort sind allerdings sehr eng und vor allem auch echt steil und gehen auf der Seeseite tief hinunter, man sollte also trittsicher sein. Und sie sind im August natürlich extrem voll. Ferien sei Dank und zusätzlich hatten wir auch noch einen Feiertag erwischt. Man muss das Timing mit den Bootsfahrzeiten genau im Auge behalten. Will man ganz früh oder ganz spät wandern, um den Massen zu entgehen, fahren die Boote oft noch nicht oder nicht mehr. Verpasst man das letzte Boot, muss man den kompletten Weg laufen.

Geocaching als Urlaubs-Beschäftigung

Wir machen schon länger Geocaching und haben uns auch am Weißensee damit die Zeit vertrieben. Wer sich damit auskennt, sollte unbedingt mal die Geocaching-App vor Ort öffnen. Die Runden bieten einige wirklich interessante Verstecke und schöne Ecken, die man sonst vielleicht übersehen würde.

Restaurants, Einkaufen und die Rushhour in Techendorf

Techendorf ist das kleine Zentrum am See. Hier spielt sich alles ab: Einkaufen, Banken, Restaurants und kleine Läden für Badeklamotten oder Angelzeug. Es ist alles da, was man braucht. Der Spar-Markt im Ort ist zwar der absolute Platzhirsch, aber preislich nicht überteuert. Wir sind zweimal die 22 Kilometer nach Hermagor zum Billa gefahren, um größer einzukaufen – das kann man sich aber sparen. Der lokale Spar reicht völlig.

Beim Essen gehen musst du auf die Uhrzeiten achten. Die Restaurants schließen relativ früh und die Küchen haben nicht bis mitten in der Nacht geöffnet. Man muss sich frühzeitig darum kümmern und Plätze reservieren. Uns hat das weniger betroffen, da wir die meiste Zeit am Haus gegrillt haben.

Wir waren zweimal bei der Pizzeria Holzer in Gatschach. Nach Vorbestellung haben wir uns dort Pizza abgeholt – absolut lecker und empfehlenswert. Gegessen haben wir auch im Restaurant Schuler. Das ist ein schöner Gasthof mit typisch österreichischen Speisen. Das Essen war gut, die Kinder waren zufrieden und wir wurden auch mit Hund sehr nett bedient.

Hunde dürfen generell fast überall mit rein. Das führt allerdings zur Abendesszeit in Techendorf zu echtem Stress. Im August ist es extrem voll, die Parkplatzsuche nervt und es wimmelt von Hunden. Alles drängt sich über die schmale Brücke, die nur einen sehr engen Gehweg hat. Wer einen schwierigen Hund hat, muss ihn hier ganz kurz nehmen.

Fazit: Würden wir wieder an den Weißensee fahren?

Unser Fazit fällt positiv aus: Wir würden auf jeden Fall noch mal an den Weißensee fahren und auch unser Teenager wäre sofort wieder dabei. Das Wetter war durchgehend gut und der See ist einfach ein Naturparadies. Allerdings werde ich in den nächsten Jahren eine Lösung finden müssen, die Sommerferien im August zu umgehen, da uns der Trubel und das hohe Verkehrsaufkommen im Zentrum zu viel waren.

Warst du schon mal am Weißensee oder hast Fragen zu den Unterkünften? Schreib es mir einfach in die Kommentare!

Der Weißensee-Quick-Check: Alle Tipps auf einen Blick

  • Unterkunft-Lage: Wer das typische, himmelblaue Karibik-Wasser sucht, bucht besser hinten in Neusach. In Oberdorf fällt der See steil ab und das Wasser wirkt optisch deutlich dunkler.
  • Teenie-Reiten: Auf dem Pferdehof Rupitsch unkompliziert per E-Mail reservieren. Tolle, vierstündige Ausritte um den See und in die Berge.
  • Action: Die Weißensee Bergbahn nutzen, Mountaincarts ausleihen und damit ins Tal sausen. Ein echtes Highlight für Jugendliche.
  • Hunde-Regeln: Den Hund vorab an einen Maulkorb gewöhnen. Dieser ist Pflicht in Bussen, auf der Schifffahrt und wird teilweise auch in Restaurants gefordert.
  • Wandern & Kühe: Die Route über die Naggler Alm führt über freie Almen. Wer Angst vor freilaufenden Kühen oder einen unruhigen Hund hat, wählt besser eine andere Strecke.
  • Schiffsausflug: Mit der Weißensee Premium Card kostenlos fahrbar (Hunde kosten extra). Achtung bei der Wanderung ab Stockenboi: Die Wege sind im August eng und voll, und die Bootsfahrzeiten müssen penibel eingehalten werden.
  • Einkaufen: Der Spar in Techendorf reicht für die Nahversorgung völlig aus und ist nicht überteuert. Die 22 km Fahrt nach Hermagor zum Billa lohnen sich nicht.
  • Essen gehen: Plätze im Restaurant rechtzeitig reservieren und den frühen Küchenschluss beachten. Sehr zu empfehlen: Pizzeria Holzer (Gatschach) zum Abholen und Restaurant Schuler (Techendorf) für traditionelle Küche.
  • Trubel meiden: Die Sommerferien im August sind extrem voll. Vor allem abends an der schmalen Brücke in Techendorf herrscht dichter Verkehr und erhöhter Stressfaktor für Mensch und Hund.

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