Der Klima Schock in Japans Sommer

Vergesst die Hochglanz-Prospekte, die euch Kirschblüten im milden Frühlingswind versprechen. Japans Sommer ist heiß. Das hat man nicht auf dem Schirm.

Wer wie wir auf die Ferien angewiesen ist, fliegt im Juli und August nach Japan. Dann landet man in einer Wand aus Hitze. Wir reden hier nicht von ein bisschen Sommer in Italien. Sommer in Japan bedeutet: Es ist brutal heiß, die Sonne brennt gnadenlos und die Luftfeuchtigkeit liegt gefühlt bei 120 Prozent. Das drückt dir beim Verlassen des Flughafens sofort die Luft aus den Lungen.

​Uns hat die Hitze quasi schon in den ersten Tagen in Osaka komplett lahmgelegt. Stefan dachte im Vorfeld, er sei besonders clever, und hat schöne, dünne Baumwoll-T-Shirts von H&M eingepackt. Großer Fehler. Nach spätestens einer Stunde in der Stadt sah er aus, als wäre er einmal quer durch den Ozean geschwommen – inklusive extrem dekorativer, weißer Salzränder beim Trocknen.

Das wirklich Frustrierende an der Sache: Den Japanern sieht man diese mörderische Hitze überhaupt nicht an. Die laufen an dir vorbei, als kämen sie gerade frisch aus dem klimatisierten Büro, kein Tropfen Schweiß, alles perfekt bügelfrei. Man selbst fühlt sich daneben wie der letzte Schluck Wasser in der Kurve.​

Unsere absolute Rettung war ein reiner Zufallsfund. Wir sind in Osaka entnervt in einen Uniqlo-Laden geflüchtet. Das ist dieser riesige asiatische Klamotten-Discounter, den man mittlerweile zwar auch in Europa kennt, der dort aber an jeder Ecke steht. Die machten Werbung für ihre sogenannte „Airism“-Kollektion – Funktions-T-Shirts, die angeblich besonders luftig sein sollen. Stefan hat zugeschlagen, und ich übertreibe nicht: Das war vermutlich der beste Kauf, den er jemals in seinem Leben getätigt hat. Die Dinger sehen tatsächlich schick aus, halten dich den ganzen Tag trocken und eliminieren das Schweißränder-Problem komplett. Seit dieser Reise kauft er sich die Teile für jedes Land, in dem es heiß ist.​

Zweiter Lebensretter aus dem japanischen Drugstore: Diese kleinen Kälte-Packs. Die Dinger sehen unscheinbar aus, aber wenn du mit der Faust einmal kräftig draufhaust, werden sie durch eine chemische Reaktion augenblicklich eiskalt. Das packst du dir in den Nacken, während du durch die glühenden Straßen läufst, und der Kreislauf meldet sich wieder zurück. Die Drug Stores und vor allem auch die Don quijotes kann ich generell total empfehlen, da findet ma garantiert was gegen die Hitze.

Wer im Sommer fliegt: Packt die Baumwolle gar nicht erst ein. Ihr werdet es bereuen.

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