Koh Samui Hotel

Koh Samui Hotel-Check: Warum Bophut Beach und nicht Chaweng?

​Wer für den Familienurlaub nach Hotelempfehlungen für Koh Samui sucht – sei es in den einschlägigen Facebook-Gruppen oder Foren –, landet gefühlt immer bei denselben Tipps. Man bekommt die großen, bekannten 4- und 5-Sterne-Riesen um die Ohren gehauen. Klar, die sind bestimmt gut. Aber sie liegen meistens auch mitten im lautesten Trubel am Chaweng Beach.

​Ich wollte für uns etwas anderes: ein kleineres, stilvolles Hotel mit Charakter. Also habe ich die Standard-Tipps links liegen gelassen, Google Maps aufgemacht, Rezensionen gewälzt und zwei völlig unterschiedliche Ecken der Insel getestet.

​Mein Fazit vorweg: Der vermeintlich beste Strand der Insel hat uns am Ende weniger überzeugt als ein echter Geheimtipp im Norden. Warum? Das liest du hier im direkten Vergleich zwischen dem Karma Resort (Bophut) und dem Chaba Cabana Beach Resort (Chaweng).

​Bophut Beach: Das Karma Resort – Unser absolutes Highlight

​Gefunden über Google-Rezensionen (fast nur internationale Urlauber, im deutschsprachigen Raum noch ein echter Geheimtipp), ging es vom Flughafen in nur 10 bis 15 Taximinuten zum Karma Resort am Bophut Beach. Und was soll ich sagen? Das Hotel hat einen absoluten Wow-Faktor.

​Zimmer & Ausstattung: Design trifft Komfort

​Wir hatten ein Karma Superior Zimmer und waren schockverliebt. Der Style ist in cleaner Betonoptik gehalten, es gibt einen eigenen kleinen Pool und eine Außendusche mitten im Grünen. Zur Begrüßung wartete ein gigantischer Obstkorb mit allem, was man sich vorstellen kann. Die Minibar war mega gut bestückt mit Snacks und Drinks. Dazu ist alles extrem sauber, es riecht fantastisch und es gibt endlich mal genug Platz im Kleiderschrank und Bad, um das Gepäck einer dreiköpfigen Familie vernünftig zu verstauen. Einzig ein paar Kleiderbügel könnte es mehr geben.

​À-la-carte-Frühstück der Extraklasse

​Ein absolutes Highlight war das grandiose Frühstück im Restaurant. Hier gibt es kein klassisches, überlaufenes Buffet – und ehrlich gesagt brauche ich das auch nicht. Ich will mein Frühstück direkt am Tisch haben, entspannt essen und gut ist. Im Karma isst man zum Frühstück à la carte: Man wählt zum Beispiel zwischen einem süßen Frühstück oder herzhaften Optionen wie dem „Green Life“ (Sauerteigbrot mit Avocado und einem pochierten Ei darüber). Dazu gibt es Kaffee und Saft.

​Ein wichtiger Hinweis: Man bekommt genau das, was man bestellt. Für manche Urlauber, die die endlosen Buffet-Berge gewohnt sind, könnte das eventuell etwas wenig sein. Für uns hat es vollkommen ausgereicht und war qualitativ einfach top.

​Der Clou: Wenn man mal absolut keine Lust auf Menschen hat, kann man sich das komplette Frühstück auch einfach aufs Zimmer bringen lassen und direkt am eigenen, privaten Pool schlemmen. Mehr Urlaubsfeeling geht nicht.

Koh Samui Hotel Bophut Beach

​Strand & Pool: Ein Traum für Schwimmer

​Oft heißt es, Chaweng habe den schönsten Strand. Ja, der Sand in Bophut ist etwas dunkler und grobkörniger, und es gibt weniger Palmen. Aber: Wenn du wirklich schwimmen willst, ist Bophut um Welten besser. Das Wasser wird schnell tief.

​Am Pool und am Strand gibt es kleine Klingeln an den Liegen. Einmal drücken, schon kommt das unfassbar herzliche Team und bringt die Drinks direkt an die Liege. Das WLAN ist extrem stabil – und zwar lückenlos bis vor ans Wasser. Ein absolut lebenswichtiger Faktor, wenn man mit Teenager reist.

​Die perfekte Lage: Fisherman’s Village & Koh Phangan vor der Brust

​Ein riesiger Pluspunkt für das Karma Resort ist die Lage. Du bist hier überhaupt nicht abgeschnitten: Das berühmte Fisherman’s Village ist komplett fußläufig erreichbar. Das ist eine wunderschöne Straße voller kleiner Boutiquen, netter Shops und natürlich dem bekannten Nachtmarkt. Perfekt für einen Abendspaziergang mit Teenager, ohne dass man erst großartig ein Taxi organisieren muss.

​Und auch strategisch liegt das Hotel genial: Wenn du – wie wir – ein Insel-Hopping planst, hast du es von hier aus überhaupt nicht weit zu den Piers, von denen die Boote nach Koh Phangan ablegen. Das spart am Reisetag extrem viel Zeit und Nerven.

​Das Teenager-Urteil & ein kleiner Haken

​Unsere Tochter schwärmt übrigens heute noch von den frisch gemixten, gesunden Smoothies an der Bar – die haben bleibenden Eindruck hinterlassen. Das Fitnessstudio ist allerdings sehr klein; wir haben den Sport in diesem Urlaub direkt gestrichen.

​Ehrlicher Insider-Tipp: Das Hotel und sein Restaurant sind optisch ein absolutes Schmuckstück. Das zieht leider auch Influencer an, die sich für Tageseintritte einkaufen und stundenlang am Pool posieren. In der absoluten Hauptsaison könnte das den einen oder anderen eventuell nerven. Uns hat es nicht gestört, sollte man aber wissen.

​Da das Karma Resort ein kleineres Hotel ist und sich die Qualität herumspricht, ist es oft weit im Voraus ausgebucht. Hier musst du schnell sein!

​Chaweng Beach: Das Chaba Cabana Beach Resort – Gut zum Weiterreisen, mehr nicht

​Nach dem Zwischenstopp auf Koh Phangan verbrachten wir die letzten drei Nächte vor dem Rückflug am nördlichen Chaweng Beach im Chaba Cabana Beach Resort. Ebenfalls ein 4-Sterne-Hotel mit soliden Bewertungen, aber im direkten Vergleich zum Karma fehlte uns hier einfach die Seele.

​Bungalows, Anlage & das Frühstücks-Chaos

​Wir waren im unteren Bereich in den Bungalows untergebracht. Die Zimmer waren absolut sauber und hatten eine nette kleine Veranda davor. Das Hotel ist insgesamt deutlich größer und unpersönlicher. Der Poolbereich und das Design könnten unserer Meinung nach dringend mal eine Generalüberholung und eine tiefere Reinigung vertragen. Pluspunkt: Es gibt einen kostenlosen Shuttle-Bus, der einen direkt ins Zentrum von Chaweng bringt. Das WLAN war allerdings eine Katastrophe – weder stabil noch verlässlich, nicht mal auf dem Zimmer.

​Beim Frühstück war es im Vergleich zum Karma genau umgekehrt: Hier gab es ein riesiges Buffet. Es war zwar alles da, was man brauchte – auch eine gute Obstauswahl –, aber das Ganze wird in dem Restaurant direkt am Strand serviert. Das Restaurant ist nach vorn komplett offen, es gibt keine Fensterfront und entsprechend auch keine Klimaanlage, sondern nur Ventilatoren. Bei den Temperaturen kommt man da morgens schon ins Schwitzen.

​Der absolute Stimmungskiller am Morgen waren aber die endlosen Schlangen vor der Kaffeemaschine. Wenn du erst mal zehn Minuten für deinen ersten Kaffee anstehen musst, ist der Tag eigentlich schon gelaufen. Das war ehrlicherweise einfach nur nervig.

​Der Strand-Faktor: Schön anzusehen, aber…

​Der Sand am nördlichen Chaweng Beach ist wie aus dem Bilderbuch: weiß und weich. Aber schwimmen? Fehlanzeige. Aufgrund der Gezeiten war das Wasser tagsüber gefühlt gar nicht da oder maximal knöcheltief. Für Familien mit Kleinkindern ist das perfekt. Wenn du aber mit Teenagern reist, die schwimmen oder ein bisschen schnorcheln wollen, ist dieser Strandabschnitt schlichtweg langweilig.

​Fazit: Warum Bophut (für uns) das Rennen macht

​Chaweng wird oft als das Nonplusultra auf Koh Samui verkauft, war uns aber selbst in der Nebensaison (während der deutschen Sommerferien) einfach zu voll und trubelig.

​Wenn wir wieder nach Koh Samui fliegen, gibt es für uns nur eine Adresse: das Karma Resort in Bophut. Der persönliche Service, das grandiose Design, das entspannte À-la-carte-Frühstück, das stabile WLAN für den Teenager und die Tatsache, dass man dort fantastisch schwimmen kann, schlagen den Postkarten-Strand von Chaweng um Längen. Die Nähe zum Fisherman’s Village macht die Abende super entspannt, und die Piers nach Koh Phangan liegen praktisch um die Ecke.

​Das Chaba Cabana ist völlig okay für zwei Nächte auf der Durchreise – aber für den echten Urlaubs-Wow-Effekt wohnt man definitiv in Bophut.

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