Warum All Inclusive in Thailand der größte Fail deines Urlaubs ist
Du planst einen Thailand All Inclusive Urlaub, weißt aber nicht ob das eine gute Idee ist? Du willst das Erste mal nach Thailand bist dir aber unsicher, ob du ohne das Sicherheitsnetz eines All-Inclusive-Pakets im fernen Asien verloren bist? Keine Sorge, die Frage stellt sich fast jeder vor der ersten großen Fernreise mit der Familie. Aber wenn ich das Wort „All Inclusive“ im Zusammenhang mit Thailand höre, rollen sich mir ehrlich gesagt die Zehnägel hoch. Um es gleich vorwegzunehmen: Ich bin nicht mal im Traum auf die Idee gekommen, für unseren Thailand-Trip All In zu buchen. Wir haben diese Option schlichtweg ignoriert, weil sie für dieses Land absolut keinen Sinn ergibt. Glaubt mir: All Inclusive brauchst du in Thailand definitiv nicht. Wer meinen Blog kennt, weiß: Ich brauche keinen Hochglanz, ich brauche die Realität. Und die Realität in Thailand schmeckt verdammt noch mal nicht nach einem faden Hotelbuffet.
Warum Thailand All Inclusive ein Fehler ist
Fangen wir in Bangkok an. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass ein normales Hotel in dieser Metropole überhaupt All Inclusive anbietet. Und wer das bucht, verpasst einfach das Beste. Bangkok ist die absolute Welthauptstadt der Garküchen. Du musst keine Angst haben, verhungern zu müssen – du gehst einfach vor die Tür und stolperst gefühlt alle drei Meter über das beste Essen deines Lebens. Überall gibt es frische Smoothies, Slushies, Cocktails und snacks, Mango Sticky Rice, Pad Thai und Fleischspieße die direkt vor deinen Augen brutzeln. Man ist hier so sicher und einfach unterwegs, dass jede Art von Pauschal-Korsett reine Verschwendung wäre. Natürlich muss ich unser europäische Magen erstmal an die Schärfe gewöhnen, und ja, das kann auch mal schief gehen, aber mit ein bisschem gesundem Meschenverstand und einem wachen Blick kann man sich das echt nicht entgehen lassen.
Und dann sind da natürlich die Convenience Stores. In Deutschland ist das Konzept der Tankstellen-Verpflegung ja völlig zurecht verschrien, aber in Thailand ist 7-Eleven eine eigene Religion. Wenn du aus dem Hotel kommst, hast du im Umkreis von 50 Metern mindestens drei dieser Läden. Insgesamt soll es in Bangkok zwischen 4500 und 6500 7-Eleven geben. In ganz Thailand um die 15000. Und ohne Witz: Man kann da drin verdammt gut essen. Für uns Westler klingt das seltsam, aber die Auswahl an frischen, warmen Toasthies, Teigtaschen und thailändischen Snacks ist legendär. Mit den Getränken fange ich jetzt gar nicht erst an. Die sind ja mittlerweile ein eigenes Trend-Thema auf Social Media.
Unsere Teenagerin, die sich tatsächlich nicht gerne nur von Pommes und Chicken Nuggets ernährt, bei der es auch mal was „edleres“ sein darf, mutiert im 7-Eleven zum Gourmet. Die zieht sich im Vorfeld rein, was auf Social Media gerade als Food-Trend durchs Netz geht, und mischt sich das Zeug im Laden dann begeistert zusammen.
Wer sich in Thailand in so ein All-Inclusive-Korsett pressen lässt, schließt sich im Grunde selbst aus dem Land aus. Du bist permanent an die Essenszeiten des Hotels gebunden, guckst alle zwei Stunden auf die Uhr und verpasst das eigentliche, authentische Thailand. Die Streetfood-Mentalität gehört hier einfach zum guten Ton. Wer das nicht mitmacht, kann auch nach Mallorca fliegen.
Selbst auf den Inseln und in den Strandresorts, wo es diesen All-In-Quatsch mit Sicherheit an jeder Ecke zu buchen gibt, zieht das Argument der Bequemlichkeit nicht. Wir haben nie danach gesucht, denn selbst auf der kleinsten thailändischen Insel findest du, sobald du den Fuß vor die Hotelanlage setzt, irgendeinen Einheimischen mit seiner kleinen mobilen Garküche oder einem Roti-Stand (diese genialen thailändischen Pfannkuchen). Es gibt überall Nachtmärkte, Lebensmittelmärkte am Morgen und eben den treuen 7-Eleven. Und falls das Hotel tatsächlich mal etwas abseits vom Schuss liegt? Kein Problem. Für relativ wenig Geld schnappt man sich ein Sammeltaxi (Songthaew) oder bucht sich (auf den größeren Inseln) ein Taxi und fährt dorthin, wo das Leben tobt.

Mir fällt beim besten Willen kein einziges vernünftiges Argument für All Inclusive in Thailand ein – aber ein ganz fettes dagegen: das Buffet. Wenn mir ein Hotel ein All-In-Buffet vorsetzt, das ausschließlich aus authentischen, scharfen thailändischen Gerichten besteht – okay, darüber könnten wir im Notfall noch reden. Aber wir wissen doch alle, wie die Realität aussieht: Das Zeug wird für den europäischen Gaumen weichgespült, und am Ende stehst du vor einer verwestlichten Schalmei aus faden Nudeln, froschgrünem Alibi-Curry und besagten Pommes. Das ist für Thailand einfach völlig unangebracht und reine Geldverschwendung.
Denn machen wir mal die Rechnung auf: Sich in Thailand selbst zu versorgen, ist unterm Strich wesentlich günstiger, als vorab ein teures All-In-Paket zu buchen. Um euch mal eine echte Relation zu geben: Auf Koh Samui kostet ein fantastisches Pad Thai an einem normalen Straßenstand oder auf dem Nachtmarkt zwischen 50 und 100 Baht. Das sind umgerechnet gerade mal 1,35 € bis 2,70 €. Wenn ihr euch in ein richtig touristisches Restaurant setzt oder direkt mit den Füßen im Sand am Strand esst, zahlt ihr vielleicht 110 bis 260 Baht – also zwischen 3,25 € und 6,75 €. Ein eiskaltes Chang-Bier schlägt im Supermarkt mit 45 bis 60 Baht (ca. 1,10 € bis 1,50 €) zu Buche, in einer Bar oder im Restaurant liegt es bei 80 bis 120 Baht. Selbst zu dritt oder zu viert sind das immer noch Preise die man zahlen kann.
Wer da noch freiwillig den Aufpreis für ein Hotel-Buffet zahlt, um sich dreimal am Tag an die gleiche Plastik-Anrichte zu stellen, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen. Packt die Abenteuerlust ein, lasst den Pauschal-Sicherheitswahn zu Hause und geht auf die Straße. Da spielt die Musik – und da schmeckt es auch. Glaub mir: Buche kein All In. Punkt.
