Bangkok mit Teenager – Skyline und Chao Phraya vom Icon Siam

Bangkok mit Teenager: Es funktioniert. Wirklich.


Bangkok ist unsere absolute Empfehlung für Urlaub mit Teenagern. Als Familie mit Teenagerin würden wir jederzeit wiederkommen. Das sage ich, obwohl – oder vielleicht genau weil – wir die Hitze jedes Mal unterschätzt haben und die Bucket List nach jeder Reise länger ist als vorher. Wir könnten Monate dort verbringen und würden immer noch Dinge finden die wir noch nicht gesehen haben. Diese Stadt hört nicht auf und ständig gibt es neue Attraktionen die die anderen überbieten.

Und sie überrascht uns immer noch. Zuletzt durch einen Mönch in safrangelber Robe der uns einfach angesprochen hat – aber dazu später mehr.


Bangkok mit Teenagerin im Juli: Ja, es ist heiß. Nein, du gewöhnst dich nicht wirklich dran.

Juli in Bangkok ist kein Urlaub für Leute die Hitze „nicht so mögen“. Es ist Hitze für Leute die Hitze hassen und trotzdem kommen, weil es einfach Bangkok ist – oder weil Schulferien nun mal Schulferien sind.

Ich bin in Thailand das erste Mal in meinem Leben hitzemäßig an meine Grenzen gekommen. Nicht einmal kurz. Dauerhaft. Das Zimmer war beim Ankommen eine Sauna, draußen 35 Grad mit Luftfeuchtigkeit die sich anfühlt wie ein feuchtes Handtuch im Gesicht. Der Große Palast bei Mittagshitze war der erste echte Konfliktpunkt der Reise. Unsere Teenagerin hat irgendwann aufgehört zu laufen und nur noch geschwitzt. Wir auch. Make up? Vergiss es. Läuft direkt weg.

Was gerettet hat: Bangkok hat überall Klimaanlagen. In jeder Mall, jedem 7-Eleven, jedem Tempel-Eingangsbereich. Man lernt schnell, Routen so zu planen dass alle 20 Minuten irgendwo eine Abkühlung wartet.

Regen hatten wir keinen – aber das ist keine Garantie. Thailand ist groß und hat verschiedene Klimazonen, die Regenzeit verschiebt sich je nach Region. Koh Samui, Koh Phangan und Koh Tao sollen ein eigenes Mikroklima haben. Wer auf Nummer sicher gehen will: Dezember oder Januar. Da empfanden wir die Luftfeuchtigkeit um Welten besser, es war super gut auszuhalten, für Leute die Hitze mögen. Im Juli kommt man an – und gewöhnt sich irgendwann dran. Vielleicht.


So bewegt man sich in Bangkok: BTS, Boot und Tuk-Tuk

Wir haben die BTS fast nie als reines A-nach-B-Verkehrsmittel genutzt. Meistens sind wir am Fluss ein- oder ausgestiegen und dann mit dem Boot weitergefahren – oder umgekehrt. Oder haben uns mit dem Tuk-Tuk zur nächsten Station bringen lassen. Fortbewegung ist nirgends so einfach wie in Bangkok.

Ein Ticket für die Bahnen muss man nicht zwingend kaufen. Einfach die Kreditkarte auflegen, bei Ausstieg nochmal. Fertig. Wichtig: Jeder braucht seine eigene Karte, mit einer Karte für drei Personen kommt man nicht durch.

Die Local Boats auf dem Chao Phraya kosten etwa 18 Baht pro Person – das sind 50 Cent. Beim ersten Mal haben wir uns tatsächlich überreden lassen, das Touristen-Boot zu nehmen, weil wir dachten wir dürften die lokalen nicht benutzen. Dürfen wir. Einfach die Farbe der Linie ansagen die man will, dann klappt das. Alles gut beschildert. Zum Icon Siam kommt man übrigens direkt per Boot – die Mall hat einen eigenen Anleger.

Tuk-Tuk: immer vorher verhandeln. Und wenn jemand sagt der Große Palast hat heute zu – nicht glauben, direkt das nächste Tuk-Tuk nehmen. Klassische Masche um Touristen zum befreundeten Schneider zu fahren. Wer keinen Schneider will: „No tailor“ direkt und ohne Lächeln. Hart bleiben oder weiter gehen.

Grab ist die App für Taxis – funktioniert gut, außer freitags abends kurz vor Weihnachten am Siam Paragon wenn ganz Bangkok gleichzeitig nach Hause will. Dann findet der Fahrer einen nicht, man steht in der Menschenmenge und bestellt neu. Bolt gibt es auch, haben wir nicht genutzt. Für ruhigere Momente: zuverlässig.


Wo wir gewohnt haben – und warum das So Samsen uns gerettet hat

Gewohnt haben wir im Nouvo City Hotel in Phra Nakhon, nah am Fluss. Tuktuk zum Chao Phraya, von dort Boot bis zum Icon Siam – easy und stressfrei. Man könnte auch laufen, es sind knapp 800 m, aber es ist halt heiß. Das Hotel ist ein 4-Sterne-Hotel, Landeskategorie – lässt sich drüber streiten. Aber es ist maximal sauber, die Zimmer groß genug und haben zwei Queen Betten, für uns drei absolut ok. Die beiden Pools sind in der Hauptsaison etwas voll, in der Nebensaison hat man sie meistens für sich allein.

Das Frühstücksbuffet ist groß und ausreichend – man kann es aber auch gut sein lassen. Bangkok ist eine Stadt in der es an jeder Ecke etwas zu essen gibt, auch morgens. Direkt auf der anderen Seite des Hotels liegt das Cozy House Restaurant – mega freundliches Personal, wir hatten da das herzlichste Frühstück der ganzen Reise. Nebenan ein 7-Eleven, also ist ohnehin alles da was man braucht.

Direkt gegenüber liegt das So Samsen – authentisch, die Leute dort kennen uns mittlerweile und erinnern sich jedes Jahr an uns. Wir essen dort fast jeden Abend. Kaltes Bier, Papayasalat und Mango Sticky Rice. Was braucht man mehr.


Die Malls: Teenager-Paradies, Eltern-Überraschung

Ich hätte nicht gedacht dass ich mal einen Reisebericht schreibe in dem Malls einen eigenen Abschnitt bekommen. Bangkok hat mich eines Besseren belehrt.

Das Icon Siam ist eine der größten Malls Asiens – wir haben nicht alles gesehen und waren trotzdem Stunden drin. Eigener Bootsanleger, riesig, sehr clean. Lohnt sich. Das Titelfoto dieses Artikels ist übrigens aufgenommen von der Aussichtsterrasse des Starbucks im obersten Stockwerk im Icon Siam. Kostenloser Ausblick über den Chao Phraya, solange man einen Kaffee kauft. Kleiner Hinweis aus eigener schmerzhafter Erfahrung: das Metallgeländer mittags bei Sonne nicht anfassen. Wir haben das getestet. Unfreiwillig.

Das Terminal 21 ist das Gegenteil von clean – und das ist gemeint als Kompliment. Aufgebaut wie ein Flughafen, jede Etage wie eine andere Weltstadt. London, Tokyo, Istanbul. Man verliert das Zeitgefühl. Teenager geeignet, mindestens halber Tag einplanen.

Alle Malls kann ich hier natürlicht nicht aufzählen, wir haben noch nicht alle gesehen und das würde auch echt den Rahmen sprengen. Aber eins muss ich unbedingt noch erwähnen, da gehen wir immer einmal hin wenn wir in Bangkok sind:

Das MBK Center. Das ist noch mal eine ganz andere Kategorie. Riesig, laut, alles drin – Kleidung, Schuhe, Technik, Schmuck, Kosmetik, Souvenirs, alles natürlich „original“. Man zeigt nur ein Foto von dem was man sucht und die haben es. Die Etagen sind so groß dass man nicht bis zum Ende schauen kann. Man muss es gesehen haben. Im Untergeschoss befindet sich außerdem ein Don Quijote – japanischer Temu in Kaufhausform. Wer da nichts kauft soll sich bitte bei mir melden.


Khao San Road: Einmal. Reicht.

Unser Hotel lag fußläufig in der Nähe, also sind wir hingegangen. Einmal tagsüber – zu ertragen, nicht wirklich schön. Einmal nachts – unangenehm. Höllisch laut, überall wird man in Clubs gelockt oder soll etwas trinken. Unserer Teenagerin hat es genauso wenig gefallen wie uns.

Vielleicht war das früher mal witzig. Vielleicht bin ich zu alt. Wahrscheinlich beides. Man verpasst nichts wenn man nicht hingeht – und wer sich Thailand als lärmenden Partyort vorstellt, findet dort genau das bestätigt.


Lohnt sich der Lumpini Park?

Auf Fotos: ja. In Echt: naja. Wir waren leider am Tag nach einer Veranstaltung dort, es lag noch einiges herum. Warane haben wir zwei gesehen. Streetfood: keines. Damit war der Lumpini Park der erste Ort in ganz Thailand ohne einen einzigen Streetfood-Stand – was ihn für uns zu einem der wenigen Bangkok-Ausflüge macht die wir nicht wiederholen würden. Vielleicht war es der falsche Tag. Vielleicht ist es einfach überschätzt.


Der Mönch auf der Orange Line

Wir standen auf dem Pier am Chao Phraya, warteten auf die Orange Line, und neben uns stand ein Mönch in safrangelber Robe. Er nickte uns zu. Ich wusste nicht wohin mit meinem Blick – man liest ja überall, dass Mönche nicht mit Frauen sprechen, dass man als Frau Abstand halten soll, nicht anschauen, nicht ansprechen. Also schaute ich irgendwie an ihm vorbei und hoffte, dass ich nichts falsch mache.

Er stieg an derselben Station aus wie wir. Und dann sprach er uns an. Auf besserem Englisch als ich es je hinbekommen werde. Wollte wissen woher wir kommen, was uns nach Bangkok gebracht hat. Wir redeten ein paar Minuten, dann wünschte er uns alles Gute und verschwand in der Menge. Ob das jetzt Karma war oder Glück – keine Ahnung. Aber es war der Moment in dem ich verstanden habe: vieles was man über Thailand liest ist Halbwissen aus dem Internet.


Tempel, Hitze und ein Teenager der streikt

Der Große Palast bei Mittagshitze war der erste echte Konfliktpunkt der Reise. Nicht wegen des Palastes – der ist wirklich beeindruckend, keine Frage. Sondern wegen der Kombination aus 35 Grad, gefühlter 100 Prozent Luftfeuchtigkeit, Sonne die dir auf den Kopf ballert und einer Teenagerin deren Snapchat-Freunde am Vortag auf die Tempelfotos mit mäßiger Begeisterung reagiert hatten. Kulturprogramm verkauft sich schwerer wenn die Peer Group im eigenen Urlaub gerade gemütlich am Strand liegt.

Wat Pho und der liegende Buddha waren noch drin – und ehrlich gesagt hat der liegende Buddha selbst unsere Teenagerin kurz sprachlos gemacht. Man steht davor und versteht plötzlich warum das auf jeder Thailand-Liste steht. Nicht weil es im Reiseführer steht, sondern weil die schiere Größe einen einfach echt staunen lässt.

Wat Arun haben wir mehrmals vom Boot aus gesehen – von außen, vom Wasser, im Licht. Der Tempel ist vom Chao Phraya aus eh am eindrucksvollsten. Und als wir beim zweiten Vorbeifahren fragten ob wir rausgehen wollen, kam von hinten: „Von innen sieht er auch nicht anders aus.“ Bei 35 Grad im Schatten ist das ein valides Argument. Wir sind weitergefahren.

Die meisten Tempel haben wir mit dem Boot angefahren – theoretisch wäre laufen möglich gewesen, im Juli ist das aber halt einfach keine Option. Nicht weil man es nicht schafft, sondern weil man danach für nichts mehr zu gebrauchen ist und auch nur noch so mäßig gut für Urlaubsfotos aussieht.

Den restlichen Tag haben wir am Pool verbracht. Selbst gemischte Getränke aus dem 7-Eleven, kaltes Wasser, niemand redet mehr über Tempel. Laune wiederhergestellt. Bangkok wieder gut. Man überlegt, ob man nochmal hinfährt.

Tipp für alle die mit Teenager reisen: Bucht euch schon in Deutschland eine eSIM über Airalo. Kostet wenig, funktioniert sofort nach Ankunft und verbessert die Laune eines Teenagers während des Kulturprogramms nachweislich. Damals hatten wir nur WLAN in Gebäuden – das ist der Unterschied zwischen einem Teenager der mitmacht und einem der nur schwitzt.

Fazit: Bangkok funktioniert. Auch mit Teenager. Auch im Juli.

Bangkok ist laut, heiß, chaotisch und gleichzeitig erstaunlich einfach zu navigieren wenn man einmal verstanden hat wie die Stadt funktioniert. Tempel die selbst Teenager beeindrucken, Malls die alle beeindrucken, Boote für 50 Cent und ein Mönch der einfach anfängt zu reden. Was will man mehr.

Diesen Sommer testen wir das Eastin Grand Phaya Thai – direkt an der BTS Station Phaya Thai, andere Lage, anderes Feeling. Ob es das Nouvo City ablöst, berichten wir danach.

Alle praktischen Tipps zu Transport, Malls und Hitze haben wir separat zusammengefasst — hier geht es zu unseren Bangkok Tipps

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert