Koh Chang statt Phuket: Unser Fluchtplan über Weihnachten & Silvester

Wer im Winter nach Thailand will, steht vor der Luxus-Frage: Wohin, wenn man keine Lust auf Massenabfertigung hat?

  • Samui & Co.? Fällt wettertechnisch im Dezember/Januar flach – es sei denn, man steht auf Dauerregen
  • Phuket? Danke, nein. Uns zieht da nichts hin. Sieht nach Betonburgen, Pauschaltourismus und Influencer -Auflauf aus. Vom Gefühl her hat das für uns wenig mit Thailand zu tun.

Unsere Rettung: Koh Chang. Die Elefanteninsel. Groß, grün und erfreulich unaufgeregt. Und nein, hier kommt jetzt kein Essay darüber wie viele Quadratkilometer diese Insel hat, wie viele Einwohner dort leben oder wann der erste Fischer ein Netz ausgeworfen hat. Wenn ihr das wissen möchtet hilft euch Google gerne. Ich teile hier nur unsere Erlebnisse.

Die Teenie-Krise: Zwischen „Bräunen“, Display-Spiegelung und Action Mangel

Nach ein paar tagen Bangkok war die Luft erst mal raus. Und am Strand ging das Drama dann weiter: Vorher hieß es noch großspurig: „Ich will unbedingt mega braun werden!“ Die Realität am Pool? Tja, die Sonne knallt, auf dem Smartphone Display erkennt man absolut gar nichts mehr.

Am Netz lag es übrigens nicht – das WLAN im Hotel war wirklich absolut stabil, auch noch am Strand. Snap Chat wäre problemlos möglich gewesen. Aber gegen die thailändische Sonne verliert selbst das beste Display. Die Konsequenz: Das Kind lag entweder komplett unter dem Handtuch vergraben und hat entsprechend geschwitzt oder ist direkt wieder aufs Zimmer geflüchtet. Prioritäten müssen gesetzt werden.

Wichtig für eine Thailand-Individualreise mit Familie und Teenager: Wer auf Action, Bananenboote oder Jetskis steht, sucht hier vergeblich. Davon haben wir an den Stränden nichts gesehen. Auf Koh Chang geht es wirklich sehr ruhig und relaxed zu. Entspannung steht im Vordergrund. Das höchste der Gefühle im Wassersport-Bereich ist es, sich ein SUP oder ein kleines Kajak zu leihen, um damit ein bisschen herumzuschippern. Wer Halligalli auf dem Wasser braucht, sollte vielleicht doch nach Phuket.

Die Rettung aus dem digitalen Koma war dann ein genialer Schnorchelausflug. Da gab es dann keine Ausreden mehr und das Handy war unwichtig. Glasklares Wasser und eine mega beeindruckende Unterwasserwelt. Mittagessen auf einer komplett unbewohnten Privatinsel inklusive. Gebucht haben wir den Ausflug über Koh Chang erleben. Deutschsprachig. Super Team, super Organisation, alle Fragen wurden jederzeit beantwortet. Lag so bei ca. 25-30€ umgerechnet pro Person.

Der Ausflugs- und Anreise-Hack: Komfort schlägt Stress

In Thailand gilt beim Thema Transport: Alles easy. Wir haben noch nie ein Land so einfach bereist wie Thailand. Und das ohne Roller. Mit Roller wahrscheinlich noch einfacher, weil man auch allein in entlegenere Gebiete kommt. Jedenfalls muss man sich vorher absolut keinen Kopf machen, wie man von A nach B kommt.

  • Die Anreise von Bangkok nach Koh Chang: Klar, man kann von Bangkok nach Trat fliegen. Haben wir nicht gemacht. Wir haben uns einen SUV mit Privatfahrer gebucht. Abholung direkt am Hotel in Bangkok, Ablieferung vor der Tür des Resorts auf Koh Chang. Fähre inklusive. Flexibel, entspannt, Zwischenstopps nach Lust und Laune. Wie den Schnorchelausflug gebucht über Koh Chang erleben. Auch hier wieder: Astreine Organisation. Empfehlung!
  • Ausflüge buchen auf Koh Chang: das läuft genau so reibungslos. Du buchst die Tour, der Fahrer holt dich pünktlich am Hotel ab, bringt dich zum Boot und setzt dich am Ende des Tages wieder fast in deinem Zimmer ab. Minimaler Aufwand, maximaler Komfort.

Der Hotel-Glücksgriff: Vayna Boutique Hotel (Unser Koh Chang Geheimtipp)

Wir brauchen keine goldenen Wasserhähne, aber ein bisschen gehobener Komfort darf es mit Ü45 und Familie dann doch sein. Gelandet sind wir durch intensives Bewertungs-Wälzen im VAYNA Boutique Hotel am Klong Prao Beach. Wird komischerweise in den einschlägigen Foren und Gruppen kaum empfohlen – völlig zu Unrecht.

  • der Vibe: klein, familiär, kein anonymer Kasten. Super schön thailändisch-modern gestaltet.
  • Der Service: Das Personal ist unfassbar nett. Nicht dieses aufgesetzte Grinsen, sondern echte Herzlichkeit.
  • die Hard Facts: Zimmer blitzeblank, das Frühstück mega gut und der Strand direkt vor der Nase mit einer super schönen kleinen Strandbar.

Silvester am Strand: Schickes Dinner vs. Dezibel Krieg

Das Hotel hat für den Jahreswechsel eine große Silvesterparty organisiert (Anmeldung vorab Pflicht). Das Setting war eigentlich ein Traum: Weiße Tischdecken am Strand, feines Geschirr, Willkommens-Drink, Riesen Buffet, das vor allem für Meeresfrüchte Liebhaber alles bot, was das Herz begehrt. Man schmeißt sich in Schale, isst mit den Füßen im Sand – kling echt perfekt.

Das ABER: die thailändische Event-Logistik. Nicht nur unser Hotel hat draußen gefeiert, sondern auch die Nachbarhotels. Jedes hatte seine eigene Live-Band. Das Ergebnis war dann ein akustischer Wettkampf. Die Bands haben sich gegen seitig übertönt. Es war am Ende schlicht zu laut und es kam keine echte Party-Stimmung auf. Für die ganze Mühe viel zu schade.

  • beim nächsten Silvester in Thailand: Schickes Hotel-Gala-Dinner skippen, in ein kleines authentisches Thai-Restaurant gehen, Papayasalat oder Pad Kra Pao essen, danach nen kleinen Absacker in einer netten Strandbar!

Das ungeschönte Fazit: Lohnt sich Koh Chang?

Koh Chang lohnt sich. Punkt. wer keinen Bock auf den durchgestylten Massentourismus von Phuket hat, aber trotzdem ein bisschen Komfort zu schätzen weiß, ist hier goldrichtig. Man kommt stressfrei hin, hat seine Ruhe und kriegt auch noch echtes Thailand Feeling – und ganz nebenbei verfliegt hier bei den Ausflügen sogar die härteste Teenie Laune.

Unsere Empfehlung: Hinfahren, solange die Insel noch so herrlich unaufgeregt ist.

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert