Hua Hin mit Teenager: Affen-Theater, verstopfte Toiletten und die Wahrheit über 5 Sterne
Hua Hin mit Teenager: voll mit Europäern, hat ein paar schicke Ecken, aber auch eine gepflegte Dosis thailändischen Realismus. Nach dem ruhigeren Teil unseres Trips ging es für uns für 2.000 Baht (ca. 2,5 Stunden Fahrt inklusive Mitsing-Garantie des Fahrers) Richtung Süden.
Das Ziel: Das Anantasila Beach Resort. Offiziell 5 Sterne, optisch auf Italien gemacht.
Hua Hin mit Teenager: Das Hotel – Service top, Preise Flop
Wer 5 Sterne bucht, bekommt auch 5 Sterne – zumindest beim Service und der Sauberkeit. Das Personal erfüllt jeden Wunsch, bevor man ihn ausgesprochen hat. Die Anlage ist wirklich super schön, gerade im Strandbereich lässt es sich richtig gut aushalten, und das Frühstücksbuffet ist top. Es bleiben keine Wünsche offen. Praktisch: Das Hotel bietet einen kostenlosen Shuttle zu den Abendmärkten (Cicada & Tamarind) an – jeden Tag zu festen Uhrzeiten, einfach an der Rezeption anmelden. Aber:
- Keine Minibar: Es wird nur Wasser aufgefüllt. Schade.
- Apotheken-Preise: zum Beispiel Mango Sticky Rice an der Hotelbar kostet 230 Baht für eine winzige Portion.
Wer die Preise im Hotel nicht zahlen will, hat es fußläufig leicht: Im Food Court der Mall oder an den Garküchen auf den Nightmarkets gibt’s die doppelte Portion für normale 60 Baht. Auch direkt am Strand gibt es genug Restaurants vor der Tür – Som Tam (Papayasalat) und ein kühles Chang für je 80 Baht sind für diese Lage absolut fair. Auf der Straße Richtung Hotel ist außerdem ein 7-Eleven, bei dem man ja bekanntlich auch allerlei leckeres Zeug bekommt.
Und wie ihr gleich merkt: Nicht jedes Problem im Urlaub hat was mit dem Sternelevel des Hotels zu tun.


🚨 Überlebens-Guide: Das Sanitär-Einmaleins in Thailand
Auch im 5-Sterne-Hotel kann es passieren: Die Toilette war verstopft. Der Klempner kam prompt, bekam ein ordentliches Trinkgeld, aber die Lektion bleibt für den gesamten Urlaub hängen:
- Regel 1: KEIN Klopapier ins Klo! Das thailändische Abwassersystem packt das oft nicht. Das einlagige Papier taugt eh nichts.
- Regel 2: Die Bidet-Brause (Bum Gun) nutzen. Erst sauber sprühen, dann mit dem Papier nur trocken tupfen. Das gebrauchte Papier wandert in den Eimer daneben.
- Regel 3: Der Spül-Trick. Den Spülknopf immer so lange gedrückt halten, bis das Wasser in der Schüssel komplett abgelaufen ist. Erst dann loslassen.
Kultur mit Hindernissen: Wat Khao Takiab
Der Tempel liegt auf einem Berg. Das bedeutet:
- Das „Wetter-Pech“: Die Tage zuvor war es in Hua Hin immer bewölkt und der UV-Index zum großen Ärger unserer Teenagerin – überschaubar. Ausgerechnet als wir zu Fuß losmarschieren – trotz 95 % Regenprognose –, reißt der Himmel komplett auf. Strahlendster Sonnenschein. Für uns hieß das: Schweißausbrüche des Todes, denn wir waren ja tempelgerecht (Knie und Schultern bedeckt) angezogen . Der Teenie wäre in dem Moment verständlicherweise tausendmal lieber am Pool oder Strand gewesen als auf einer thailändischen Bergwanderung. („Warum machen wir eine Bergwanderung und schwitzen uns den Arsch ab?„)
- Die Affen-Attacke & der Mönch-Retter: Vorab die ehrliche Beichte: Wir waren komplett selbst schuld. Man kann es wirklich überall nachlesen – auch in unseren Tempel-Do’s & Don’ts für Bangkok – bitte informiert euch vorher und haltet euch dran: Nichts Lose in den Händen tragen! Die Affen riechen Essen und Trinken auf 100 Meter. Schon auf dem Weg nach oben mussten wir die erste Wasserflasche als „Lösegeld“ opfern, um überhaupt in Ruhe gelassen zu werden. Oben meinte dann der Oberaffe, sich auch noch unsere Tüte mit Sandwiches und Getränken einverleiben zu müssen. Aus dem Nichts tauchte jedoch ein Mönch auf, der dem Affen die Beute direkt wieder abknöpfte – und siehe da: Selbst die frechsten Affen haben vor den Mönchen Höllenrespekt! Vor lauter Panik kauften wir oben trotzdem zwei neue Wasserflaschen als Wegzoll, falls die Viecher noch mal angreifen. Ergebnis: Das Kind war völlig verängstigt, hat jetzt zum Tempel Trauma auch noch schlechte Träume vom Affen-Theater und der Ausflug zur berühmten Phraya Nakhon Cave war damit für mich gestrichen.
Fazit zum Tempel: Kann man machen, muss man nicht. Der Ausblick ist super, die Anlage selbst so lala gepflegt. Wenn überhaupt: Nehmt ein Songthaew oder Tuk-Tuk nach oben



Eindruckstypisch für Asien: Ein kurzer Blick hinter die Kulissen
Wer nach Thailand reist, begegnet einer anderen Kultur – auch im Umgang mit Tieren und Müll.
- Am Strand stehen morgens ab 8 Uhr Ponys für Ausritte bereit.
- Auf dem Weg zum Tempel läuft man durch einen Fischmarkt mit lebenden Meeresfrüchten in oft sehr kleinen Aquarien.
- Schaut man in Höfe oder neben die Wege, sieht man häufig viel Müll.
Das gehört zum Straßenbild und muss man vorab wissen. Wer damit gar nicht umgehen kann, sollte sich die Reise eventuell noch einmal überlegen.
Märkte: Das Highlight in Hua Hin
Vergesst die Strandverkäufer (in asiatischer Manier sind sie zwar nicht aufdringlich, aber am Hotelstrand kommt gefühlt jede Minute jemand vorbei). Geht abends lieber auf die Märkte:
- Cicada Market: Wir sind eher zufällig reingestolpert und haben eine Stunde nur mit Anschauen verbracht – die Stände reichen von Kunsthandwerk bis selbstgemachtem Schmuck. Hängengeblieben sind wir bei einem Ohrring-Stand: 3 Paare selbstgemachte Ohrringe für umgerechnet keine 3 Euro (120 Baht). Zum Essen bleibt man besser hungrig für den Nachbarmarkt, denn hier liegt der Fokus klar auf Kunst und Design.
- Tamarind Market: Direkt daneben und der absolute Food-Himmel. Man weiß gar nicht, was man zuerst probieren soll. Gemüsespieße für 15 Baht und das beste Kokoseis eures Lebens: 6 Kugeln in einer halben Kokosnuss serviert für 90 Baht. Unbedingt probieren!
- Anreise: Unser Hotel hatte einen Shuttle zu Cicada und Tamarind Market (siehe oben) – bequemste Variante. Zurück ging’s dann mit dem Tuk-Tuk (Preis vorher verhandeln, wie überall in Thailand).

Rückreise & Mitbringsel
Für 2.600 Baht ging es mit Hua Hin Cab zurück Richtung Bangkok. Rechnet für die 233 km reichlich Zeit ein – der Verkehr um Bangkok herum ist zäh.
- Raststätten-Tipp: Die Tankstellen unterwegs sind top. Saubere Toiletten (oft Hocktoiletten – gut für die Oberschenkel), aber nehmt euch eigenes Klopapier oder Kleingeld (5 Baht) und ein kleines Handtuch mit.
- Hua Hin ist Weinanbaugebiet: Wir wollten lokalen Wein mitbringen. In den Tops Daily-Supermärkten gab es aber nur Importware. Fündig wurden wir erst im Duty Free am Flughafen – für stolze 990 Baht pro Flasche! Tipp: Wenn ihr thailändischen Wein wollt, haltet vorher in größeren Supermärkten die Augen offen, am Flughafen zahlt ihr ordentlich drauf.
Gesamtfazit nach Trip #3
Das Kind sagt: Nie wieder Asien. (Zu heiß, zu viele Affen, UV-Index meist zu niedrig🙃). Wir Erwachsenen sagen: Wir kommen natürlich wieder. Nächstes Mal fährt der Teenager halt mit einer Jugendgruppe an die Ostsee und wir genießen Thailand ohne Gemotze. Win-Win.